Understand Romania
Rumänien im Kommunismus
54 Karten · 52 + 2 Joker
Kultur-Spielkarten · Erste Auflage 2026

Jede Karte erzählt eine wahre Geschichte aus dem Alltag 1947 – 1989: Schlangestehen, der Dacia 1300, Lebensmittelkarten, Cenaclul Flacăra, Radio Freies Europa und die Revolution 1989.
Vorder- und Rückseite
Alle Karten
Alle Geschichten (54)
- ZEICHENTRICK — 1970er – 1980er. Nur ein paar Minuten am Abend. Aber jedes Kind im Land saß davor: Um diese Zeit war kein einziges Kind mehr auf der Straße.
- DACIA 1300 — Lizenz Renault 12 · gebaut 1969 – 2004. 35 Jahre dasselbe Modell, fast zwei Millionen Stück. Man sagte, klauen konnte ihn keiner — wo die Gänge waren, wusste nur der Besitzer.
- DIE SCHLANGE — 1980er-Jahre. Es zählte nicht immer, was verkauft wurde. Sahst du eine Schlange, stelltest du dich an. Vielleicht „kam etwas rein“.
- WURSTWAREN — 1980er-Jahre. Sommersalami war selten, die mit Soja häufiger. Und vom Huhn gab es oft nur das „Besteck“: Hälse, Flügel und Füße.
- VAMA VECHE — 1970er – 1980er. Ein Dorf an der bulgarischen Grenze, ohne Hotels: Zelt, Gitarre und Nächte am Strand. Hierher kam, wer in Ruhe gelassen werden wollte.
- COSTINEȘTI — 1970er – 1980er. Der Ferienort der Jugend: Disco, das Wrack der Evangelia am Strand und die erste Urlaubsliebe.
- CENACLUL FLACĂRA — 1973 – 1985. Adrian Păunescu, Folk, Poesie und Stadien voll bis zum Morgen. 1985 löste in Ploiești ein Regen Panik aus, Menschen starben — und das Cenaclu wurde verboten.
- DAS FAHRRAD — 1970er – 1980er. Das Pegas war dein erstes Fahrzeug. Damit ging es raus aus dem Viertel — zurück erst, wenn die Laternen angingen.
- WINTER ZU HAUSE — 1980er-Jahre. Die Heizkörper waren kalt, warmes Wasser kam selten. Man schlief angezogen und machte die Hausaufgaben mit Handschuhen.
- BENZIN — 1980er-Jahre. Ein Auto reichte nicht. Man musste auch noch Benzin finden. Wie Öl und Zucker war Benzin rationiert: ein paar Liter im Monat, mit Gutschein. Sonntags fuhr man nach geraden oder ungeraden Kennzeichen.
- ALIMENTARA — 1947 – 1989. Der staatliche Laden im Viertel: Regale, Schlangen und die tägliche Frage — „Was ist reingekommen?“
- DIE LEBENSMITTELKARTE — 1981 – 1989. Brot, Öl, Zucker, Mehl — auf Marken, die Monatsration pro Person. Karte verloren, Monat verloren.
- LEERE REGALE — 1980er-Jahre. Große Läden, viele Schaufenster und manchmal sehr wenig zu kaufen. Was immer in den Regalen stand: Fischkonserven, Senf, Mineralwasser und Erbsen.
- DER BLOCK — Plattenbau · 1960er – 1980er. Man hörte, wenn oben die Spülung ging. Man wusste, was nebenan gekocht wurde. Und das ganze Treppenhaus wusste, wann du heimkamst.
- SYSTEMATISIERUNG — 1974 – 1989. Kirchen auf Schienen verschoben, alte Viertel abgerissen. Omas Haus konnte innerhalb eines Monats einem Block weichen.
- DIE SECURITATE — 1948 – 1989. Man wusste nie, wer Spitzel war: der Kollege, der Nachbar, manchmal der Freund. Manches sagte man nur in der Küche, bei lautem Radio.
- PROPAGANDA — Ära Ceaușescu · 1965 – 1989. Sein Porträt hing in jeder Klasse und stand in jeder Zeitung. Im Fernsehen wuchsen die Ernten jedes Jahr — in den Regalen nicht.
- 23. AUGUST — Nationalfeiertag bis 1989. Nationalfeiertag mit Aufmarsch und Ehrentribüne. Schüler probten wochenlang für ein paar Minuten vor der Tribüne.
- DIE PARADE — 1970er – 1980er. Ob Regen oder Sonne, Teilnahme war Pflicht. Man bekam eine Fahne oder ein Plakat — und lächelte beim Vorbeimarsch an der Tribüne.
- DIE PARTEI — 1947 – 1989. Das Parteibuch öffnete Türen: bei der Arbeit, in der Schule, bei der Wohnung. Viele hatten es, ohne daran zu glauben.
- OMAS KÜCHE — 1980er-Jahre. Zacuscă, eingelegtes Gemüse, Marmelade — im Herbst füllte sich die Speisekammer. Was es im Laden nicht gab, stand in Omas Gläsern.
- DAS NETZ — 1970er – 1980er. Das Einkaufsnetz war immer griffbereit. Man wusste nie, wann „etwas reinkam“.
- DIE WOHNUNG — 1970er – 1980er. Polierte Möbel, ein Deckchen auf dem Fernseher, der Teppich an der Wand und die Vitrine mit Gläsern, die nie jemand benutzte.
- AUS DER FABRIK — 1980er-Jahre. Jeder arbeitete irgendwo — und jeder brachte von dort etwas mit. Beziehungen waren die echte Währung.
- FREIES EUROPA — auf Rumänisch ab 1950. Abends, das Ohr am Radio, durch das Störrauschen. Die echten Nachrichten kamen aus München — und in der Schule erzählte man sie nicht.
- LEVI’S — 1970er – 1980er. Ein Paar Westjeans konnte mehr über den Status sagen als vieles andere. Eine Hose kostete etwa einen halben Monatslohn.
- DER TEE — 1980er-Jahre. Kaffee fehlte, Tee nicht: Linde oder Minze, im Sommer gepflückt. Abends in jedem Haus, mit Brot, auf dem Herd geröstet.
- ȚUICA — 1970er – 1980er. Im eigenen Haushalt gebrannt und mit Verwandten und Freunden geteilt, blieb Țuica Teil des geselligen Lebens. Oft wurde sie schwarz gebrannt, heimlich im Hof oder im Keller.
- NECHEZOL — 1980er-Jahre. In den Jahren des Mangels gab es statt echtem Kaffee Mischungen und Ersatz. Er bestand aus gerösteten Kichererbsen, Gerste oder Zichorie, mit wenig oder gar keinem Kaffee.
- WESTZIGARETTEN — 1980er-Jahre. Eine Stange Kent öffnete jede Tür: beim Arzt, beim Mechaniker, am Schalter. Viele rauchten sie nie — sie gaben sie nur weiter.
- DAS PAKET — 1970er – 1980er. Ein Paket aus Deutschland roch schon an der Tür nach Seife und Kaffee. Die bunten Verpackungen standen danach leer im Regal, als Deko.
- DIE VIDEOKASSETTE — 1980er-Jahre. Ein Videorekorder im Block war ein Ereignis. Die Nachbarn kamen mit Stühlen, danach ging die Kassette von Hand zu Hand.
- DER SCHWARZMARKT — „Bișniță“ · 1980er-Jahre. Jeans, Kaffee, Zigaretten, Kassetten — es gab alles, wenn man wusste, bei wem. Die Frage war immer: „Kennst du jemanden?“
- DAS TELEFON — 1970er – 1980er. Auf ein Telefon wartete man Jahre. Wer eins hatte, hatte das ganze Treppenhaus zu Besuch — und alle hörten mit.
- VOM LAND — 1980er-Jahre. Sonntagabends war der Zug in die Stadt voller Taschen: Eier, Käse, Fleisch von den Eltern. Ohne Verwandte auf dem Land blieb der Kühlschrank leer.
- DER KASSETTENRECORDER — 1980er-Jahre. Aufgenommene und kopierte Musik auf Kassetten öffnete ein Fenster zu einer anderen Welt. Ein Sharp, Sony oder Grundig aus dem Westen kostete mehrere Monatslöhne.
- DIE UNIFORM — 1970er – 1980er. Die blaue Uniform, die Schulnummer am Ärmel und das Pionierhalstuch. An der Nummer erkannte dich jeder — und konnte dich verpetzen.
- DER SCHLÜSSEL AM HALS — 1970er – 1980er. Viele Kinder kamen allein von der Schule. Der Wohnungsschlüssel hing einfach um den Hals.
- SOMMER BEI OMA — 1970er – 1980er. Drei Monate bei den Großeltern: barfuß, mit den Ziegen, Kirschen direkt vom Baum. Zurück in die Stadt kam man größer und braungebrannt.
- DIE STRANDPROMENADE — 1970er – 1980er. Der Ferienschein von der Gewerkschaft, zwei Wochen am Meer und das Foto vom Strandfotografen — das du heute noch im Album hast.
- RAUBKOPIEN — 1980er-Jahre. Jeder Film hatte dieselbe Frauenstimme als Übersetzung. Und alle wissen bis heute, wem sie gehörte.
- DIE FLUCHT — 1970er – 1980er. Zelt, Rucksack und der Nachtzug in die Berge. Dort oben sah dich keiner — und keiner sagte dir, was du tun sollst.
- DIE REBELLION — 1970er – 1980er. Jeans, lange Haare, Rock und kopierte Kassetten konnten leise Formen des Andersseins werden. Für lange Haare konnte die Miliz einen auf der Straße anhalten, auf die Wache bringen und zwangsweise scheren.
- DAS ENDE — Dezember 1989. Am 22. Dezember 1989 hob der Hubschrauber vom Gebäude des Zentralkomitees ab. Nach 24 Jahren floh Ceaușescu.
- TIMIȘOARA 1989 — 16. – 20. Dezember 1989. Alles begann hier, am 16. Dezember, um das Haus von Pfarrer László Tőkés. Die erste Stadt, die „Nieder mit Ceaușescu!“ rief.
- DIE FAHNE MIT LOCH — Timișoara, 16. – 17. Dezember 1989. Jemand schnitt das Wappen aus der Mitte der Fahne. Das Loch wurde zum Symbol der Revolution.
- DER BALKON — 21. Dezember 1989. Am 21. Dezember buhte ihn die Menge live aus. Zum ersten Mal wusste Ceaușescu nicht, was er sagen sollte — und das ganze Land sah es.
- REVOLUTION IM TV — 22. Dezember 1989. Das Fernsehen sendete Tag und Nacht. Zum ersten Mal sahen die Leute Geschichte live, aus dem Wohnzimmer.
- FREIE ZEITUNGEN — ab Dezember 1989. Im Januar 1990 erschienen fast täglich neue Zeitungen. Die Leute kauften alle — um zu lesen, was vorher nicht geschrieben werden durfte.
- DIE ERSTE WERBUNG — 1990er-Jahre. Die ersten Fernsehwerbungen waren ein Ereignis. Man schaute sie wie Filme — und konnte sie auswendig.
- AUTOS AUS DEM WESTEN — 1990er-Jahre. Der erste Golf aus Deutschland war der Star der Straße. Der ganze Block kam raus, um ihn zu sehen — und Nachbars Dacia war plötzlich „das alte Auto“.
- LASĂ CĂ MERGE — 1980er-Jahre. Draht, Isolierband und ein verbogener Löffel: Alles ließ sich reparieren. „Lasă că merge“ — „passt schon“ — war kein Spruch, sondern eine Lebensart.
- DER REISEPASS — 1947 – 1989. Reisen ins Ausland waren streng kontrolliert, und für viele war ein Pass kein alltäglicher Gegenstand. Selbst in andere sozialistische Länder durfte man nur mit Genehmigung, und nach der Rückkehr gab man den Pass wieder bei der Miliz ab.
- DER FERNSEHER — 1980er-Jahre. Zwei Stunden Programm am Tag, vieles davon über ihn. Den Rest der Zeit war der Fernseher ein Möbelstück mit Deckchen obendrauf.
Jetzt vorbestellen
Spiel: Rumänien im Kommunismus
- Du bezahlst jetzt nichts.
- Wir machen zuerst, was die meisten wollen.
- Dann bekommst du eine einzige E-Mail von uns — und entscheidest.
- Gedruckt in Rumänien, in kleinen Auflagen. Darauf bestehen wir.